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  IESA e.V.
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Partner Situation der Kinder Nicaragua Bolivien

Ein wahrhaft nationaler Notstand:
Die Situation der Kinder

Kindheit unterscheidet sich in Nicaragua wesentlich von dem, was wir uns in Deutschland darunter vorstellen. Die meisten Kinder leben in einem "wahrhaft nationalen Notstandô wie es das Kinderhilfswerk UNICEF charakterisierte:

  • 1,5 der etwa 2 Millionen Kinder hungern oder sind fehlernährt;

  • 750.000 leben in besonders schwierigen Umständen, dazu zählen extreme Armut oder Kinderarbeit zum Lebensunterhalt;

  • mindestens 15o.ooo Kinder im Grundschulalter können nicht zur Schule gehen, weit sie das Schulgeld nicht aufbringen.

Kinder arbeiten, da die Familien ohne ihre Mithilfe nicht existieren könnten. Sie arbeiten tagtäglich auf Märkten, verkaufen Cola oder Bananen an den Straßen oder stehen an überfüllten Straßenkreuzungen, um gelegentlich ein paar Cordoba (nicaraguanische Währung) durch das Reinigen von Scheiben der Autos zu verdienen. Viele Mädchen bleiben zu Hause und sind für den Haushalt und die jüngeren Geschwister verantwortlich, während ihre Mutter außer Haus arbeitet oder sich eine Arbeit sucht. Der Alltag ist hart. Der Schulunterricht findet meist statt, wenn sie arbeiten müssen. Andere Kinder, die trotzdem Zeit für die Schule finden, sind oft im Unterricht unkonzentriert und erschöpft von ihrer Arbeit. Für Schularbeiten bleibt wenig Zeit. So ist es nicht verwunderlich, dass die Schulleistungen von arbeitenden Kindern häufig nicht ausreichend sind. Die meisten Schulen verlangen von den Kindern Schulgebühren oder Abgaben für Klassenarbeiten und Abschlussprüfungen. Viele Familien können diese nicht aufbringen. So verlässt ein Großteil der Kinder die Schule ohne Abschluss und der Weg in eine bessere Zukunft bleibt ihnen versperrt.

Nicht nur die Anzahl der arbeitenden Kinder steigt ständig. Zunehmend landen Kinder auch gänzlich auf der Straße. Die Zahl der auf der Straße lebenden Kinder wird für Managua mit 15.000 angegeben. Ihr Straßenleben lässt sie schnell mit Kriminalität in Berührung kommen. Viele Mädchen sehen eine letzte Chance in der Prostitution und werden oft schwanger, bevor sie volljährig sind. Für die Straßenkinder ist jeder Tage ein Kampf ums Überleben. Viele leiden täglich unter Hunger. Sie schnüffeln Leim, um den Hunger zu unterdrücken und der ausweglosen Realität auf der Straße wenigstens für eine Weile zu entgehen. Dies ist alles sehr düster, es gibt aber auch Lichtblicke. Seit einigen Jahren gibt es in Nicaragua eine nationale "Bewegung der arbeitenden Kinder" (NATRAS - siehe nächste Seite). Die Kinder organisieren sich, um für das Recht auf ein menschenwürdiges Leben zu kämpfen. Mehrmals im Jahr treffen sich die Kinder dieser Bewegung und erarbeiten konkrete Vorschläge, wie ihre Situation zu verbessern sei. Sie fordern z.B. das Recht auf kostenlosen Schulbesuch oder kämpfen für öffentliche Sozialfonds, um schwerkranken und behinderten Kindern eine medizinische Behandlung zu ermöglichen. Sie machen Öffentlichkeitsarbeit, treffen sich mit Journalisten und Politikern oder geben eigene Zeitungen heraus, um immer wieder auf die Probleme der arbeitenden und Straßenkinder aufmerksam zu machen.